
Wenn der Meister ein neues Werk auf den Markt wirft, auch wenn es nur gesammelte Live- und Alternative-Takes sind, dann will ich das haben. Und das möglichst sofort. Ich warf mich also am Erscheinungstag von Dylans “Tell Tale Signs” in Kaufrauschlaune mitten in die bekannten Kaufrausch-Seiten. Und stellte fest, dass man es dem Käufer mit dieser Platte CD Sammlung nicht einfach macht. Es gibt sie in mindestens 4 Versionen, die sich in Umfang, Preis und Gimmicks voneinander unterscheiden. Was hat sich Sony dabei wieder gedacht? Dass der echte Fan alle Ausgaben kaufen wird, egal wie viele Songs er dann doppelt hat? Dass der harte Kern ohnehin mehr Spass am Herumrätseln hat als am Musikhören? Dass man endlich ein Werk am Markt hat, dass im Umfang so enigmatisch daherkommt wie der Inhalt des Meisters selbst? - Egal. Es gibt also bei Amazon:
Tell Tale Signs: the Bootleg Series Vol.8 - eine einzige CD, die erste aus dem Set, die erstaunlicherweise mit € 23,99 teurer ist, als die gleichnamige:
Tell Tale Signs: the Bootleg Series Vol.8 mit 2 CDs, die die Standardausgabe zu sein scheint. Und dann noch das Boxset mit 3 Cds
, das seinen deutlich höheren Preis entweder mit Exklusivität oder dem Inhalt des beiliegenden Booklets rechtfertigt. Jetzt bin ich aber nicht nur Umweltschützer (was so eine CD-Herstellung an Ressourcen braucht!), sondern auch Instant-Genuß-Mensch, und wandte mich, statt bei Amazon zu bestellen, hilfesuchend an mein iTunes. Dort konnte man den Inhalt von CD1 und CD2 um je 9,99 oder zusammen um 16,99 erwerben. Die dritte aber gar nicht. Ich schmollte eine Weile musiklos in meiner Ecke, warf aber dann einen zweiten Blick auf das Angebot, das sich erstaunlicherweise verändert hatte. Jetzt gab es den Inhalt beider CDs “plus einen exklusiven Bonustrack” um 9,99. Vom exklusiven Bonustrack fehlt allerdings im Track-Listing jede Spur, es ist ident mit dem der CDs - und auch den Inhalt der dritten Scheibe sucht man vergeblich.
Bei so viel Verwirrung scheint es nur natürlich, das selbst der kaufwilligste Musikfreund nach Alternativen sucht. Ich natürlich nicht, ich bin ja brav.