Und wer übermütig wird, läßt Federn. So ist das. Hier flimmert der Installationsbildschirm zum zehnten Mal vorbei, dort wähle ich Serien, die ich schon auswendig kann, die stören kaum.
Mittlerweile ist die Festplatte zur Ruhe gekommen, und der Bockerer interveniert in Ungarn.
Und das Gefühl dazu, wie bei der Musik in letzter Zeit: Ich will das so gar nicht sehen, weil mir das zu naiv ist.
Nicht, dass ich das nicht früher auch schon gewusst hätte: Aber jetzt tut es plötzlich weh.
Seltsam.
36 Stunden Installationsroutinen sind jedenfalls genug. Ich brauche dringend Ablenkung. Wo? Bei Henso zum Beispiel: Hochinteressante Diskussion zum Thema “Text und Links”.
Aber immer noch zu technisch für mein verwundetes Gemüt. Da hilft Freitagsfish mit seinem Blick von der anderen Seite. Auch schmerzhaft, irgendwie. Aber vertraut, immerhin.
Hier in dieser neuen virtuellen Umgebung fühle ich mich wie… wie seinerzeit bei meinen spärlichen Besuchen im Ostblock, als es ihn noch gab.
Linux, der Kommunismus des Internetzeitalters? Was die beiden gemeinsam haben? - Mit der Idee kann ich mich anfreunden, aber an der Ausführung haperts.
Auf meinem Desktop stolpere ich etwas unbeholfen und unsicher umher wie seinerzeit in Budapest. Keine Ahnung, wo die Freunde (guten Programme) und Feinde sitzen. Keine Ahnung, was ich sagen (wo ich klicken) darf, ohne jemand auf möglicherweise gefährliche Weise zu beleidigen (ohne das System nachhaltig zu zerstören).
Ende der Analogie? Nein, noch nicht. Sucht man nach spezifischen Informationen, wird man (ich) unweigerlich erinnert an die Suche nach einem guten Abendessen in (damals) jugoslawischen Restaurants. Die Kellner waren immer nur für den anderen Tisch zuständig oder haben kein Wort verstanden.
Wie? Der Vergleich hinkt? Ja, aber nicht sehr.
Immerhin hat in meinem System noch niemand geschossen wie seinerzeit in Rumänien.
