Andrea Sturm

InterNett

Google, Plus-Minus

20. August 2011, 21:57 - InterNett · Webwork

Nun ist Google+ ja schon ein paar Wochen alt, und es hat so ziemlich jeder schon so ziemlich alles darüber gesagt, aber mir fällt gerade auf, dass ich noch gar nichts dazu gesagt habe. Und so geht’s dann auch nicht, vor allem weil ich ja geradezu um eine Einladung gebettelt habe, als die noch rar waren. Technisch, philosophisch oder netz-soziologisch haben schon die anderen, ich mach hier einen auf persönlich.

Google Plus ist schick. - Das war das erste, was mir aufgefallen ist, überraschend angesichts der Tatsache, dass Google oft genug mit dem Design auf Kriegsfuss steht (Reader, Buzz). Wunderbare Balance aus Text und Whitespace, übersichtlich, aufgeräumt. Und schau sich erst einmal einer diese Fotoalben an, die machen richtig Spass. (Alte Fotos, weil neue habe ich nicht auf Picasa). Und, apropos Fotos: Das Feature das einem erlaubt, Fotos vom Andoid-Phone automatisch hochzuladen und dann nach Lust und Laune downzuloaden oder freizugeben, ist eigentlich unschlagbar.

Google+ ist böse. Der Zwang zu Klarnamen ist im Grunde eher lächerlich, vor allem weil Google-Sprecher in diversen Foren bereits erklärt haben, es würde reichen, einen “echt klingenden” Namen zu verwenden. Viel Lärm um nichts, möchte man meinen, vor allem, weil Facebook ebenso theoretisch auf den echten Namen besteht und fake-Konten ebenso löscht. Allerdings - wenn Facebook weg ist, dann ist es halt weg. Wenn ein Google-Konto weg ist, tendiert das für stetige Benutzer in Richtung Identitätsverlust. Sowas geht gar nicht.

Google+ ist rund. Die Kreise sind zwar nur eine optisch und mental pfiffige Umsetzung von Tags, aber das Prinzip ist aus Informations-Filter-Sicht schon richtig. Ich seh da allerdings den Haken des Overfiltering, denn wenn ich nur mehr Informationen sehe, die meine Kern-Interessen betreffen, fehlt doch auch irgendwo was. (Das Thema wäre eine ganz eigene Betrachtung wert, hier ein guter Artikel dazu.).

Google+ ist langweilig. Vielleicht liegt es ja an “meinen Kreisen” (höhö), aber die Hälfte meiner Timeline bestehen aus Links & Diskussionen zu sozialen Netzwerken, die andere Hälfte aus Photos, Videos, Links & Texten, die ich anderswo längst gesehen habe. (Letzteres Problem könnte man natürlich umgehen, indem man zuerst nach g+ schaut.). Und die restliche Hälfte sind irgendwelche Marketingmenschen, die ich irrtümlich in den Kreis “Mal Schauen” gezogen habe.

Das Social-Google-Universum ist redundant und inkonsistent. Google+, Google Buzz und Google-Reader bedienen die gleiche Klientel mit weitgehend gleichen Inhalten. Das bewirkt, dass viele Leser den gleichen Inhalt drei mal lesen müssen - und dass sich an drei Stellen Diskussionen zu ein und demselben Artikel zwischen den gleichen Leuten bilden können. Ohne Hinweis aufeinander.

Dennoch: Google+ ist sypmpathisch. Die Sympathie beruht nicht nur darauf, dass es gut aussieht; auch inhaltlich hat man viel von den bestehenden Netzwerken gelernt. Dass Trollköpfe und sonstige Spassverderber noch nicht (oder kaum) dort angekommen sind, trägt natürlich zum Vergnügen bei.

Google+ läuft bei mir nebenher. Meine Online-Kommunikation läuft weiterhin primär über Email, Twitter, Facebook und Skype (letzteres erstaunlicherweise wieder zunehmend). Bei den meisten Kontakten natürlich deshalb, weil sie noch nicht bei g+ angekommen sind, bei einigen aber auch aus Gewohnheit. Die Möglichkeiten, die ich in den Kreisen sehe, werde ich so bald nicht wirklich nutzen können - weil die, die davon profitieren würden, sich mit Händen und Füßen gegen “noch ein Login” wehren. Wäre es anders, würde ich Facebook mit Freuden kübeln, Twitter als Wortferienhaus behalten, (die “Diaspora” unter “netter Versuch” ablegen), und mich fortan vorwiegend dem großen PLUS widmen.

Aber Kommunikation findet eben dort statt, wo die Leut’ sind. Und daher ist Facebook noch lange nicht erledigt, auch wenn es dort bisweilen virtuell so müffelt wie seinerzeit real aus den römischen Gemeinschaftsklos über der Cloaca Maxima.

(und übrigens, falls jemand tatsächlich noch nicht drin sein sollte, ich hab hier reichlich Einladungen.)
(für g+, nicht für die Cloaca Maxima)

2 x mitgeredet

Die Fallen des digitalen Lebens

17. Februar 2011, 00:34 - InterNett · Webwork

Da hab ich mir vorgenommen, wieder viel regelmäßiger Texte hier zu publizieren, und scheitere schon am ersten Abend - kläglich. Nicht aus Mangel an Ideen, nicht aus Faulheit und nicht einmal aus Zeitmangel - es sind die vielen kleinen Dinge, die ich im System immer schon einmal verbessern wollte, die sich dann plötzlich in den Vordergrund drängen. Klingt nach Ausrede, ist aber so. Wie heute: Ich fange an, den geplanten Text zu schreiben, denke mir, dass man das eigentlich mit einem Bild illustrieren könnte, und suche ein passendes. So weit, so normal. Dann fällt mir aber ein, dass ich die Bilderverwaltung schon seit einer Weile neu organisieren will, damit ich dem Foto nicht immer händisch die Formatierung mitgeben muss und die Caption extra in ein div packen, und schon versinke ich eine halbe Stunde lang in den Templates.

Als ich dann endlich beglückt mein Werk betrachte, fällt mir dabei auf, dass die Sturmwarnung noch immer keine Linkliste hat, die steht schon seit Monaten auf der ToDo-List - ist doch keine Hexerei. Eine Viertelstunde später ist sie fertig, aber mir fällt ein, dass man ja außer der statischen Blogroll noch den diigo-Feed und die Google-Reader-Items einbinden könnte. Auch kein Problem, aber das elegante Styling dauert etwas. Was solls. Dafür sieht es gut aus, zumindest für… sieht das wirklich gut aus? Könnte man nicht hier noch ein bisschen, und dort noch ein klein wenig… ach verdammt, Stylesheets sind doch die schlimmsten Zeitfresser überhaupt. Na gut, so lass ichs. ... Moment, da seh ich ein Problem mit den Daten, also nicht mit denen aus der Bank, sondern mit den Datümern. Wo hab ich denn da etwas falsch vernetzt? Und schon wieder eine gute halbe Stunde im Code-Keller verbracht. Weil ich mir aber auch nie merken kann, wie man das Datum richtig formatiert. Nein, die bisherigen datiere ich jetzt nicht neu, aber in Zukunft sollte es stimmen.

Wenigstens ist mir beim Herumklicken aufgefallen, dass da einige tote Links dabei sind, und die Kategorien, die sind auch nicht so ganz… naja. Also fix die Liste durchgegangen, außerdem fehlt da mittlerweile auch einiges, das ich gerne lese. Na gut, morgen ist auch noch ein Tag zum Hinzufügen. Obwohl, den einen Link… den suche ich in der Wortwerkstatt, stolpere über systematisch fehlgeleitete Eigenverlinkungen und habe mit der Reparatur schon wieder fast eine halbe Stunde verloren. Das kommt davon, wenn man seit sieben Jahren ein beinah organisch wachsendes System pflegt. Oder eben, naja, nicht genug pflegt.

Gut, jetzt zurück zum Text. Aber vorher, so zum entspannen, noch ein Blick auf die hübsche neue Link-Seite. Hm. da fehlt doch einer? Also ein Link, auf der “Zuletzt interessant”-Liste? Schon wieder ein Problem mit dem Cronjob? Schnell mal in die Server-Logs schauen, die… nö, da ist nichts verkehrt. Hm. Provider-Seite, irgendwelche Issues? Auch nicht. Manuelles Refresh. Link ist da. Doppel-Hm. Auf die Beobachtungs-Liste setzen (und aller Wahrscheinlichkeit drauf* vergessen, bis das Probem mir wieder ins Gesicht springt).

So, jetzt aber! Zurück zum Text! - Wie jetzt, halb eins durch? Uijeee, ich glaub, das wird nix mehr.

[Das ist dann der Punkt, wo ich mir dann denke, ich sollte vielleicht auf ein System umsteigen, das weniger Freiräume erlaubt. Aber ich kenn mich. Spätestens am 3. Tag wäre ich dann wieder todunglücklich…]

* [Ja, ich weiß, dass man Sätze über das “Vergessen” nicht mit “auf” konstruiert, aber ausnahmsweise passt’s da hin.]

Warum ich dir nicht folge

17. Dezember 2010, 20:41 - InterNett

Liebe/r Mailer/in mit der Zahlenkombination in der bouncenden Email-Adsresse, du hast gefragt, warum ich dir nach deiner Freundschaftsanfrage nicht ebenfalls folge, hast aber nicht erwähnt, in welchem System. Hier sind mögliche Gründe:

Auf Twitter: Wahrscheinlich hast du deinen Stream auf privat gestellt. Ich requeste keinen Zugang für private Streams, grundsätzlich nicht. Das geht mir gegen die Natur von Twitter. Wenn dein Stream nicht privat ist, dann habe ich ihn entweder als Werbe- oder SEO-Scheiße eingestuft - oder aber er ist sehr sehr langweilig.

Auf Facebook: Kennen wir uns? Auf Facebook adde ich nur Menschen, die ich a) tatsächlich kenne oder b) schon seit gefühlten Jahrhunderten aus dem Netz kenne. Sollten wir uns kennen, gibt es drei Möglichkeiten: Entweder ich kann mich nicht erinnern (gegebenenfalls sorry, werde auch langsam alt), oder du hast ein unerkennbares Profilfoto samt geändertem Namen, oder aber ich will mich nicht erinnern (letzteres gilt allerdings nur theoretisch für ca. 3 lebende Menschen, die bislang alle 3 nicht auf Facebook sind).

Auf Flickr: Direkt auf flickr mache ich seit einiger Zeit nur noch wenig. Was mich interessiert, abonniere ich im allgemeinen als rss-Feed.

Auf Buzz: Entweder habe ich deinen Stream gesehen und für langweilig befunden, oder ich habe die Benachrichtigung nicht bekommen. Beides kommt vor. (Dass Google seine eigenen Benachrichtigungen manchmal in den Spam schickt, hat eine ganz eigene Ironie.)

Auf iStock: Ich habe mir dein Portfolio, deine Profilseite und deine Forumposts angeschaut, festgestellt, dass wir nichts gemeinsam haben - und dich daher als Rating-Sammler eingestuft. Das ist nicht mein Spiel.

Auf Soup.io oder auf Tumblr: Habe ich wahrscheinlich festgestellt, dass ich deine Updates längst woanders lese. Redundanz ist vermeidbar!

Auf Xing, Plaxo, cliqset, lifestream.fm: Die Profile sind nur geparkt. Das Profil steht dort, falls sich das jeweilige System noch entwickelt, wird aber nicht gepflegt.

Auf LinkedIn: Komme ich leider nicht mehr an mein Passwort und kann daher gar nichts machen. (Nicht, dass mir irgendetwas abginge.)

Irgendwo anders: Du hast einen Test-Account gefunden, den ich selbst wahrscheinlich schon längst vergessen habe.

Ich hoffe, damit alle Klarheiten beseitigt zu haben und empfehle, für solche Anfragen in Zukunft eine Mail-Adresse zu verwenden, die Antworten annimmt.

4 x mitgeredet

Es war einmal

12. November 2010, 21:29 - Chronistisch · InterNett · Bloggig

Es war einmal, und es war in den Zeiten, als Weblogs sich noch frisch und cool anfühlten, als das Netz zwar nicht mehr neu, aber noch täglich wunderbar aufregend war. Es war ichweißnichtmehrgenau wann*, denn die meisten Blogs wurden seither mehrfach geöffnet und geschlossen und sind mehrfach umgezogen, und wer merkt sich das schon, man macht eben, jetzt und hier, und nicht für alle Zeiten. Es war ein Satz aus den Tiefen der Kommunikationsgeschichte, mit dem damals ein neues deutschsprachiges Weblog furios die Szene betrat. Der Satz “Das Pferd frisst keinen Gurkensalat”*.

Der intelligente Witz in den Texten und die Freude an den gleichen Dingen (zum Beispiel Douglas Adams, Katzencontent und gute alte Musik) ließen “Industrial Technology und Witchcraft” sofort in die ewige Top 5 meiner liebesten Seiten aufsteigen, und auch wenn ich Majo nie persönlich getroffen und im Lauf der Jahre nur wenige direkte Mails mit ihm gewechselt habe, hatte ich ihn gern in einer fern-vertrauten Art, die dieses wundersame Internet ermöglicht hat.

Jetzt ist er nicht mehr da.

Machs gut, Majo. Und danke für den Fisch. Und für die Musik. Und für den Floßflug. Und überhaupt.

...aber nur auf Englisch (hoffe ich)

17. Juli 2010, 12:03 - InterNett · Bloggig · Fragen & Antworten
I write like
Stephen King

I Write Like by Mémoires, Mac journal software. Analyze your writing!

Google! Stop this nonsene!

12. Mai 2010, 15:32 - InterNett

When I type something into the search field, chances are that I want to search exactly for what I typed in - and not for something completely different. Don’t make me click again to search for the results I wanted in the first place!

(btw, the “everything/ more” connection is funny!)

No Buzz today

15. Februar 2010, 01:12 - InterNett

Ich hab mein Buzz abgedreht, und zwar ganz und gar. Allerdings nicht aus berechtigten oder diffusen Privacy-Sorgen, sondern aus einem ganz und gar egoistisch-bodenständigen Grund: Es nervt.

Es nervt aus mehreren Gründen. Zum einen sitzt es in seiner lieblich bunten Klick-Identität genau dort, wo meine ohnehin leicht zu erschütternde Aufmerksamkeitsspanne am verletzlichsten ist. Jetzt ganz schnell diese wichtige Mail beantworten! - ach, 8 neue Buzzes, mal sehen, ah, spannender Link, woah, was ist das für eine Geschichte?

Zum zweiten ist es neue Quelle wie Mündung endloser Redundanzen. Ich mag keine Wiederholungen, und ich mag mich nicht wiederholen. Buzz wär dann interessant, wenn es “alle” nutzen, also alle, die mich interessieren, sodass man twitter und facebook streichen könnte - aber das wird kaum passieren.

Zum dritten ist es hässlich. Das liegt natürlich im Auge des Betrachters, ich mags nicht anschauen.

Und dann ist es unberechenbar. Flutscht der Tweet jetzt gleich rüber oder erst nach Stunden? Kommt das update mit Bild an oder ohne? Warum kann man manche Buzzes aufklicken, andere nicht?

Und last, not least, diese local Buzzes rauben mir den Nerv. Wenn ich mit Leuten aus meinem Grätzl reden will, dann geh ich runter ins Cafe. Wenn ein creepiger Name mit noch viel creepigerem Profilbild und seltsam anmutenden Inhalten mir “folgt”, weil er merkt, dass ich von um die Ecke buzze, dann gefällt mir das gar nicht. Das “social” im Social Netz kommt für mich daher, dass man Menschen mit ähnlichen Interessen findet, nicht solche, die ein paar hundert Meter entfernt an einer ganz anderen Weltsicht basteln.

Allerdings ist es bislang noch immer so gewesen, dass die Dienste, die ich gar nicht wollte, richtig geboomt haben. Also viel Glück, Buzz!

1 x mitgeredet

Reisebereit

11. November 2009, 21:20 - InterNett · Bloggig · Fragen & Antworten
86% of the world!
Click here to try
Quiz by Tripbase
1 x mitgeredet

Nee, Kinder, neeneenee

13. Oktober 2009, 19:35 - InterNett

Da wollte ich in meinen heutigen 5 freien Minuten einen Blick auf das durchaus interessant erscheinende yiid werfen, musste aber leider in den TOS Folgendes lesen:

Mit dem Posten von Benutzerinhalt auf einem beliebigen Teil der Site erteilst du dem Unternehmen automatisch eine unwiderrufliche, zeitlich unbegrenzte, nicht ausschließliche, übertragbare, vollständig bezahlte, weltweite Lizenz (mit dem Recht zur Vergabe von Unterlizenzen) für das Verwenden, Kopieren, öffentliche Aufführen, öffentliche Darstellen, Umformatieren, Übersetzen, Anfertigen von Auszügen (vollständig oder teilweise) und Weitergeben solcher Benutzerinhalte für kommerzielle, Werbe- oder sonstige Zwecke auf oder in Verbindung mit der Site oder mit dem Marketing für die Site, für das Erstellen abgeleiteter Werke oder die Einarbeitung solcher Benutzerinhalte in andere Werke und für das Vergeben und Autorisieren von Unterlizenzen zu Vorstehendem.

(Hervorhebungen von mir). Sorry yiid, so wird das nix mit uns zwein.

1 x mitgeredet

Den konnt ich natürlich nicht auslassen…

17. September 2009, 00:48 - InterNett · Bloggig · Fragen & Antworten
What military aircraft are you?

F/A-22 Raptor

You are an F/A-22.  You are technologically inclined, and though you’ve never been tested in combat, your very name is feared.  You like noise, but prefer not to pollute any more than you have to.  And you can move with the best.

Personality Test Results

Click Here to Take This Quiz
Brought to you by YouThink.com quizzes and personality tests.