Es ist schon sehr suspekt, wenn der ohnehin schon fehlbesetzte österreichische Frauenminister eine Abteilung für Männerpolitik gründet.
Halt. Treten wir einen Schritt zurück. Es ist schon sehr suspekt, wenn das “Frauenministerium” gar kein eigenes ist, sondern Teil des “Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen”.
Das sieht nämlich ein bisschen so aus, als wäre die Frau ohnehin ein Sozialfall - und zuständig ausschliesslich für die Erzeugung neuer Generationen. Das wirkt erschreckend und empörend, aber eigentlich ist es nur lächerlich. Ein Ausdruck der Hilflosigkeit der Politik, die den Tatsachen hinterherhinkt.
Die Tatsachen: Da gibt es einige wenige (nicht unwichtige) Dinge, die mit Politik zu tun haben, wie ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern für die gleiche Arbeit. Was nun wirklich nicht mehr zeitgemäß ist.
Aber: Da gibt es Dinge, die in den Köpfen von Menschen sitzen. In den Köpfen von Männern, die Frauen ganz tief drinnen immer noch als Besitz und Trophäe betrachten. In den Köpfen von Frauen, für die untergeordnet zu sein nicht nur die normale Lebensform ist, sondern auch eine gewisse Bequemlichkeit birgt.
Eine echte Gleichberechtigung kann nicht verordnet werden, sie kann nur stattfinden, wenn sich jeder und jede Einzelne löst von den Schablonen, in die Geschichte, Erziehung und Werbung uns zwängen wollen. Erst wenn wir wagen zu leben was wir sind, werden wir frei davon sein.
Eine Hilfestellung dazu wäre wünschenswert, ist aber nicht zu erwarten. Menschen müssen wir schon ganz alleine werden.
Nein, jetzt hast du mich mißverstanden!
Das bedeutet nämlich nicht, dass wir frei sind von Verantwortung für andere. Wer sich nicht helfen kann, der muss Hilfe finden, das ist ein wesentliches Merkmal der Zivilisation. Daher sind Einrichtungen wie ein (echtes) Frauenministerium, Frauenvereine, Frauenhäuser etc. wichtig und notwendig. Solange, bis wir alle Menschen geworden sind.
Links zum Thema:
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