

Fotos im Blog oder Geblogge über Fotografie
Verloren oder weggeworfen, sie liegt am Boden, die einsame Rose ohne Stiel, und die Ränder der Blütenblätter werden schon schwarz - aus Kälte oder aus Trockenheit, wer weiß. Ich hab sie mit nach Haus genommen, ich konnt nicht anders. Und dabei mag ich gar keine Rosen. Außer halt weggeworfene. Die passen irgendwie zu mir.
Jetzt wohnt sie in dem kleinen blauen Flacon mit der güldenen Verzierung und sieht seltsam aus dabei. Sie steht schon ein paar Stunden da, und immer noch kommt sie mir seltsam vor, so kurze Rosenköpfchen bin ich nicht gewöhnt. Sie hat ein bisschen die Blätter gespreizt, mir scheint fast, sie möchte dankbar duften, doch meine Schnupfennase bleibt den Beweis schuldig.
Das blau-goldene Fläschchen hab ich übrigens auf Öland gekauft, im Sommer ‘95 war das. Die ganze schwedische Sommerinsel im Flohmarktfieber. Eine Krone und kein Grund, außer dem Sonnenstrahl, der das Blau durchscheinend und das Gold kostbar scheinen ließ. Zum ersten Mal seit damals steht es nicht einfach nur leer da.
Fein war’s, Blues war’s, laut war’s.
Ein paar von den Photos sind vom Herrn Sufi, aber der mag ja wieder nirgends nix hochladen.
Mein Vater hat seine 2008-Lieblings-Bilder online gebracht, und es sind wirklich wunderschöne dabei.
...und hier sind sie alle.
Dieses schnuckelige Tierchen, abgelichtet vor ein paar Tagen auf dem Häusl, hieß bei uns zu Hause “Langhaxer”. Ich hab schon seit Jahren keinen mehr gesehen.
Die Sache war so, dass Langhaxer Glück brachten, wenn man nett zu ihnen war. Im Gegensatz zu Spinnen durfte man die also nicht zerquetschen und dann diskret entsorgen, sondern musste sie vorsichtig nach draußen tragen und ihnen auf ihrem Weg viel Glück wünschen. Ich höre heute noch die Stimme meiner Großmutter angesichts der bereits schlagbereit gehobenen Zeitung: “NEIIIIN! Das ist ein Langhaxer, keine Spinne!!!”.
Nun hat der Bote längst vergangener Zeiten allerdings, wie man auf dem Foto deutlich sehen kann, 8 Beine. In Worten: Acht. Und zählt damit, wenn ich mich auf mein Gymnasiums-Biologie-Wissen verlassen kann, deutlich zu den Spinnentieren.
Anwesende Biologen und Volkskundler sind gefordert: Ist das Langhax-Tier jetzt eine Spinne oder nicht? Und unabhängig davon, woher kommt die Legende, er brächte Glück?
Ich habe ihn (sie?) jedenfalls vorsichtig in weichen Händen zum Fenster getragen und ihm (ihr?) viel Glück gewünscht. Man weiß ja nie. (Und das Glück wird er wohl auch brauchen, mitten in der Großstadt.)