Andrea Sturm

Buch und Literatur

Klagenfurt-Gedanken

25. Juni 2009, 19:38 - Buch und Literatur · Bachmannpreis 2009

Was mir dann noch durch den Kopf gegangen ist, so nach dem ersten Bachmann-Tag des Jahres, ist, dass es irgendwie auch bezeichnend ist für die Veränderung der Jahre, dass die heurige aktionistische Einlage aus Text-Essen besteht, und dass diese kleine, im Rahmen des Textes vielleicht milde amüsante, unterm Strich aber doch eher peinliche Geste sofort alle an Rainald Götzs blutiges Rasierklingenspielchen erinnert. Nicht, dass wir uns jetzt falsch verstehen, ich will kein Blut sehen. Esspapier aber auch nicht. Ich finde, Klagenfurt ist für die Texte da und nur für die Texte, und wem die Worte nicht Kunst genug sind, der soll sich eine andere Bühne suchen. Aber die Aktionismusqualität eines stark blutenden Stirn-Schnitts verhält sich zur Aktionismusqualität des Esspapier-Verschlingens in etwa so, wie die damaligen Texte zu den heutigen, und für die Jury-Diskussionen gilt dasselbe.

Was nicht unbedingt heißt, dass die Texte schlechter sind als früher; nach formalen, literaturwissenschaftlichen Kriterien betrachtet. Ich glaube nicht, dass sie schlechter sind, im Schnitt betrachtet, aber um das genau zu beurteilen, müsste ich altes wiederlesen, in großer Menge, zum direkten Vergleich, dazu fehlt die Zeit. Reden wir stattdessen über das Wollen. Das ist der Bruchteil des Unterschieds, auf den ich meinen Daumen legen kann. Das Wollen fehlt.

Ungenau. Natürlich gibt es ein Wollen. Es ist, vordergründig und offensichtlich, das gleiche Wollen seit Anbeginn des Bachmann-Preises: Wahrgenommen werden wollen. Reich und berühmt werden wollen. Gesehen werden wollen. Ich rede auch nicht von weltbewegenden Utopien, ein Wollen, das heute ohnehin ein Selbstvernichtungskriterium wäre (warum eigentlich?). -  Was (mir) in Klagenfurt fehlt, ist das andere Wollen, das, das zwischen den Zeilen der Texte, zwischen den Wörtern in der Luft hängt. Das früher, Autoren-subjektiv, so klang: “Ich habe einen verdammt guten Text geschrieben. Ich habe gekämpft und geschwitzt, gemeißelt, fein ziseliert, ich habe etwas erschaffen. Hier ist es. Höret und Staunet!” - Wohinegen heute, wenn überhaupt, das nicht Gesagte so klingt: “Ey, ich hab da mal irgendwas geschrieben, ich les das jetzt vor, dauert auch nicht lang. Viel Zeit hab ich ohnehin nicht, muss dann zum Interview und meinen Platz in der Literaturwelt einnehmen.” - Nun ist es ja nicht so, dass alle früheren Texte tatsächlich gut, groß oder gar weltbewegend gewesen wären. Aber ich darf mich schon fragen:  wenn eine/r nicht zumindest selber davon überzeugt ist, dass sein Text etwas Besonderes ist - was will er/sie dann in Klagenfurt?

Und dann die Jury. Zugegeben, die meisten Texte sind heuer und in den letzten Jahren durchwegs “handwerklich erstklassig” (lies: literaturbetriebskompatibel glattgestriegelt). Obwohl das kaum mehr nötig wäre. Faktische Fehler werden nicht einmal angesprochen, sprachliche Unerträglichkeiten von flachen Redewendungen bis hin zu missglückten Metaphern kommen ungeschoren durch. Was Wunder, hat doch die neue Moderatorin schon vor dem ersten Text sinngemäß einen sanften Umgang mit den Autoren eingefordert (sorry, kann mich nicht wörtlich erinnern, es war noch sehr früh). Dass sie zu Beginn der ersten Diskussion dann Spinnen zitiert - “der Spagat zwischen gnadenlosem Urteil und trotzdem humaner Behandlung” - rettet auch nichts mehr. Oder es wäre ohnehin so gekommen. Verlagskontakte? Angst vor Widerspruch oder Entrüstung, wenn man etwas schlecht nennt? Ich vermisse auf Jury-Seite die persönlichen Meinungen, auch und vor allem die, die mit meiner eigenen nicht konform gehen - Kunst ist nunmal, von wenigen messbaren Kriterien abgesehen, subjektiv, und macht erst dann richtig Spass, wenn man die Möglichkeit hat, sie im Diskurs zu betrachten. Aber so? Alles wird akzeptiert, alles hat seine Berechtigung, und komm, es haben sich eh alle lieb.

Es ist einfach alles so gotterbärmlich “politisch korrekt”. Die Texte, die Autoren, die Jury und die Diskussionen. Die glattgeschniegelten Marketingheinis haben auch hier längst gewonnen.

Bachmannpreis 2009 Livegebloggt Teil 2

25. Juni 2009, 13:14 - Buch und Literatur · Bachmannpreis 2009

Will ich wirklich einen Autor hören, der Geschichtenerzähler als Story-Kannibalen bezeichnet und das Futur 2 als seine Lieblingszeitform? Na schaumermal, Bruno Preisendörfer. Ein Text, der blaue Clowns-Augen mit der Farbe des Planeten vergleicht und ein alternder, weitsichtig gewordener Gott, dem alles egal ist. Oh, schon klar, alles voller Zitate. Die Jury wird begeistert sein. Ich zeichne. ... wie sind wir jetzt vom Clown zum Psychoanalytiker gekommen? Und zur Reflexion über den Zeitverbrauch des Zähneputzens? Und zum tragischen Tod von Schneewittchen? - Ich sollte den Text eigentlich mögen, so wie er vor sich hin schwadroniert, aber irgendwie fehlt etwas.

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Jury: Jandl findet keinen Zusammenhang, Feßmann dagegen einen Witz, den ich trotz Erklärung nicht verstehe. Spinnen hat schon 100 Mal vom dusseligen lieben Gott gelesen und möchte anmerken, dass es ihm beim 50-Werden dreckiger ging. Feßmann wirft ein, der Held leide nicht an seinem Alter, sondern am Zustand der Welt. Spinnen pariert: “Werden Sie 50, und sie werden sehen, dass das dasselbe ist.” Noch kein ganz großes Tennis, aber immerhin. Ich brauch mehr Kaffee.

Christiane Neudecker. Autorenprotrait als Sportreportage. Wie originell. Oder doch? Ah, der Text. Theater. Der ich-Erzähler ist ein Mann. Tänzerin, Fall; Schatten, verloren. Plakativer kann man die Grundthemen nicht in die Köpfe Hämmern. Dazu Hongkong. Die Geschichte nicht uninteressant, leider viel zu viele selbstverständliche Adjektive. Obwohl. Je länger die Geschichte des untreuen Schatten dauert, umso langweiliger wird sie. Die Sprache hat auch nichts Erfreuliches beizutragen. Der männliche Ich-Erzähler verschwindet in seinem Schatten?

Jury: Frau Keller findet hohe Themen wie Tod und Geisterwelt, Sulzer findet eine klassische Horrorgeschichte. Fleischanderl vermisst dazu das Mysterium (ich auch). Die Jury konstruiert sich den Text wichtig, bis auf Spinnen. Auf den ist Verlass. Diskussion konzentriert sich auf Inhalt und imaginierten Inhalt, auf die Sprache mag sich offenbar niemand einlassen. Hm. Das war’s für heute.

Die anderen Teile meiner “Live-Bloggerei”
Linksammlung Bachmannpreis 2009

Bachmannpreis 2009 Livegebloggt Teil 1

25. Juni 2009, 10:23 - Buch und Literatur · Bachmannpreis 2009

Lorenz Langenegger beginnt. Finde keinen Draht zu dem Text. Friedhof, Kindergarten und Tamilen. “grauer” Staub auf “schwarzen” Halbschuhen. Altbackene Sprache. Gestelzte Dialoge. “Vor einem Monat, an jenem außergewöhnlich heißen Wochenende seien sie hinaus gefahren ins Grüne, am Waldrand hätten sie das Auto stehen gelassen und seien mit Sack und Pack eingetaucht in die erfrischende Kühle.” Ojeoje. “Die Sonne war untergegangen und der Abend hereingebrochen.” - wurde auch Zeit.

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Jury - Meike Feßmann findet einen “Zug ins Expressionistische” (ich nicht). Paul Jandl wünscht sich mehr städtische Wirklichkeit. Ob das geholfen hätte? “Konkrete Sehnsuchtsutopie”, Mangold, etwas hoch gegriffen. “Kulturelles Lokalkolorit”? Frau Keller beleidigt gleich 2 Jahrhunderte Schweiz. Spinnen hat ein Problem damit, dass er alles unterschreiben kann und hat eine klassische Etüde gehört. Ein Lichtblick, wird aber gleich von Sulzer gängelnd zu maßregeln versucht.


Philipp Weiss, pfiffiges Videoportrait. Über das Schreiben schreiben geht nicht, sagt man, so geht’s aber doch. Wohldosierte Wiederholungen, kleine Kreise, Könnte ob der Durchschaubarkeit inmitten der allgemeinen Undurchschaubarkeit auch öde sein, ist es aber nicht, sondern gefällt mir. Das ist kein Text, das ist ein Tanz. Es geht aber nicht nur ums Schreiben, sondern auch um Magenkrämpfe, Liebe und singende Kamele. Und ums Tanzen geht’s auch, mhm. Ich nicke mit. Allerdings, das innerste als Blätterhaufen, das hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen.

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Jury - Sulzer findet ein Soufflee, das nicht zusammenfällt, Mangold dagegen ist genervt. Frau Fleischanderl hat eingeladen und verteidigt, obwohl gar kein Angriff stattgefunden hat. Frau Keller findet etwas hinterhältiges im Text und findet das interessant.“Krankenhausszenen sind nicht wirklich real glaube ich” (Feßmann) - das wollen wir doch hoffen.
Himmel, den “Text zu essen”, das war richtig platt.

Karsten Krampitz, Berlin. Genaugenommen sehr Berlin. Der Text ist nicht schuld, dass ich nicht zuhören kann, die nette Sprachfärbung auch nicht, meine Ohren klappen einfach automatisch zu, wenn es um Jesus, Paulus und katholische Brüder geht. Altes Trauma, sorry, Herr Krampitz. ... Bruchstücke… “Das Glück wollte spazieren?” “Aber ich erzähle schon zuviel” ist jedenfalls kein guter Satz in einem Bachmann-Text.

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Die Jury wirkt auch leicht ratlos, versucht es aber mit überintellektualisierung zu kompensieren.

Die anderen Teile meiner “Live-Bloggerei”
Linksammlung Bachmannpreis 2009

Uijegerl, ein Stöckchen…

26. Januar 2009, 23:28 - Buch und Literatur · InterNett · Bloggig

...noch dazu ein kompliziertes. Von Claudia in der Sammelmappe.

Regeln (von hier):

1. Nimm ein Buch in Deiner Nähe das mindestens 123 Seiten hat,
2. schlage das Buch auf Seite123 auf,
3. suche den 5. Satz.
4. Lese und poste die nächsten drei Sätze.
5. Wirf das Stöckchen weiter.

Kompliziert ist das deshalb, weil die nächstliegenden Bücher sich widersetzen. So ist das momentan nächstliegende Buch das “Handbuch der Flugzeugtypen”, das sich auf Seite 123 mit der Ibis Aerospace AE270 Ibis beschäftigt - dummerweise hat der Text aber nur vier Sätze, danach geht’s schon an die technischen Daten.

Das zweitnächstliegende Buch ist das aus diesem Eintrag, aber Lyrics haben ja auch keine Sätze, sondern nur Zeilen. (Die wären übrigens:
Mir ginge es gut
Ihr Zwei- und Dreigroschenfrauen
mit nichts im Kopf

nja, so auf deutsch und ohne Zusammenhang…)

Und dann hätten wir da noch als drittnächstliegendes Buch “Das mit den Männern und den Frau’n” von Georg Biron (jaja, Herr Sufi, ich hab’s doch noch gefunden), aber ich fürchte, wenn ich die abgezählten Sätze hier zitiere, wird dieses Weblog als jugendgefährdend eingestuft.

Die dahinternächsten Bücher liegen neben dem Bett oder stehen im Regal, und ich glaub, das gilt nicht mehr so richtig. Hm. Tja. Da war das letzte ähnliche Stöckchen deutlich ergiebiger…

Oh, und weitergeben… nja, wer’s mag, solls nehmen. :)

3 x mitgeredet

Die “Tage der deutschsprachigen Literatur” haben stattgefunden

30. Juni 2008, 23:09 - Buch und Literatur · Bachmannpreis 2008

Mehrfach on- und offline gerügt, weil ich meine Tradition des Bachmann-Livebloggens in diesem Jahr nicht fortgesetzt habe - “was, wenn jemand nur dein Weblog liest, und deshalb den ganzen Event versäumt?” fiel dabei als ziemlich absurder Satz. Nun. Erstens gibt es, hoffentlich, niemand, der mein Weblog als einzige Nachrichtenquelle betrachtet, und sollte es doch jemand geben, ist der oder diejenige selber schuld. Und zweitens hat jemand, der den diesjährigen Bachmann-Preis versäumt hat (aus welchen Gründen auch immer), wirklich nicht viel versäumt.

Wirklich.

Ich bin ja eine, die diesen Event - als einzigen deutschsprachigen “Literatur-live-im-Fernsehen”-Preis - seit vielen Jahren zu schätzen weiß, gegen alle mögliche Kritik verteidigt, die Termine und Urlaubs-Möglichkeiten absagt, um nur ja keinen Text zu versäumen, und die auch in schlechten Jahren nur seufzend die Schultern zuckt und sagt “Naja, so ist halt Klagenfurt”.

Aber 2008 war traurig.

Traurig auf Textebene, weil selbst das ansonsten schon in sich vernichtende Urteil “handwerklich erstklassig” längst nicht auf alle Texte zutraf. Weil nur 3 Texte dabei waren, die ich sprachlich und inhaltlich gerne gehört habe (und davon einer bei weitem kein Klagenfurt-Niveau hatte, bei dem habe ich mich aber, wie der Sufi gern zitiert, “köstlich unter meinem Niveau unterhalten”.). Weil nur 2 Texte dabei waren, die zumindest auf sprachlicher Ebene ein Aufhorchen bewirkten (beide übrigens aus völlig nichtigen Gründen ins Out geredet).

Traurig auf Juryebene, weil kuschelige Einigkeit der Juroren jede spannende Auseinandersetzung mit den Texten verhindert hat - und gegenseitig gemeinsames Hochjubeln unter Außerachtlassen der Wettbewerbstexte zwar streckenweise amüsant, aber ganz bestimmt nicht der Sinn der Sache ist.

Traurig auf der Präsentationsebene - wo bisher klar war, dass zwar das Fernsehen irgendwann aussteigt, die Diskussion aber weitergeht, solange es etwas zu diskutieren gibt (was man manchmal nach TV-Ausstieg im Livestream verfolgen konnte), führte der mir ansonsten durchaus sympathische Dieter Moor ein strenges Moderatoren-Regime, bei dem der Grundton irgendwo zwischen Kasernenhof und Seniorenclub lag. Andererseits gab es ja auch nicht wahnsinnig viel zu diskutieren.

Der Siegertext hat diesen Wettbewerb durchaus verdient gewonnen, da kann man gar nichts sagen. Man kann ja ohnehin nicht viel sagen, weil “schau ich mir nicht mehr an” würd ich mir nicht Mal selber glauben. Wer in den letzten Jahren Freude an meinen Empfehlungen hatte, mag vielleicht noch einen Blick auf Angelika Reitzer und Pedro Lenz werfen. Der Rest, inklusive sonstiger Preisträger, ruht gut unter einem Mangel des Schweigens.

Und aus purer Gewohnheit sammle ich hier noch ein paar Links für Interessierte. Work in Progress, bis auf Weiteres.

Klagenfurt 2008, anders als sonst

27. Juni 2008, 12:12 - Buch und Literatur

Alles ändert sich, sogar der Bachmannpreis. Früher war nicht alles besser, aber die Sitzordnung in Klagenfurt schon. Irgendwie fehlt mir die Lust zum Mitbloggen, Splitter auf Twitter.

Schon wieder?

26. Juni 2008, 01:26 - Buch und Literatur

Es gibt genau drei (in Zahlen: 3) Tage im Jahr, an denen ich die Weck-Funktion meines Fernsehgeräts nutze. Und morgen (genaugenommen heute) ist es wieder Mal soweit.

Hatte ich geschrieben, bevor ich nochmal schnell 3sat checkte. Wann geht’s los? 8:45? 8:55? 9:00?

Stattdessen Lesungen erst am Freitag. Verzweiflung. Untergang des Abendlands. Ich werd alt.

Ach, Enzensberger

19. Oktober 2007, 00:43 - Buch und Literatur · Lyrik · Watching TV

Schöne Doku. Nur ohne meine Lieblingsgedichte.

So, jetzt geht’s an die Preise

01. Juli 2007, 11:03 - Buch und Literatur · Bachmannpreis 2007

Erstmal der übliche Kurzrückblick auf Texte und Meinungen. Schadet ja nicht. Zeit genug für einen Netzrundblick. Juliette Guttmann hatte eine interessante Nacht. Sonst bleibt es ruhig.

Grandits leitet ein und über zur Stimme Robert De Niros, die einen Heißenbüttel-Text über die Gruppe 47 vorliest. Der Inhaber der Stimme heißt natürlich Christian Brückner, und der Text klingt, als hätte jemand Klagenfurt mitstenografiert, nur mit den bekannten Namen. Grandits zählt noch Mal Preise und Jurymitglieder auf.

Ah, die Shortlist: Böttcher, Licht, Österle, Scheuermann, Seiler, Stavaric, Schmidt, Stangl ...hab ich sie alle erwischt?

Bachmannpreis… 2x Stangl 6x Lutz Seiler 1x Licht - Das war erstaunlich eindeutig. Ab in den Zug. (Da hab ich mich gestern wohl geirrt. Alle die, die gestern Peter Licht favorisiert hatten, auch. )

Telekompreis: 2x Schmidt 1x Scheuermann 2x Licht 2x Stangl 1x Böttcher 1x Stavaric - Also Stichwahl. 3x Stangl 4x Licht 2x Schmidt Noch eine Stichwahl. Stangl gewinnt um Haaresbreite.

3-Satpreis: 2x Schmidt 1x Stavaric 2x Böttcher 2x Licht 1x Scheuermann 1x Österle Weia, das kann ja noch dauern. 3x Schmidt 4x Licht 2x Böttcher… Entscheidung zwischen Schmidt und Licht. Peter Licht trägt den Preis davon.

Ernst Willner Preis: 1x Schmidt 2x Stavaric 3x Böttcher 2x Scheuermann 1x Österle. Jetzt wird’s aber mühsam mit der Stichwählerei. Sogar Grandits findet’s kompliziert und erklärt es sicherheitshalber nochmals. Am Ende trifft es Böttcher.

Der Publikumspreis geht an: Peter Licht. Surprise, Surprise - wer hätte das gedacht?

Ab jetzt wird nur noch gequatscht. Eure Chronistin verabschiedet sich hiermit aus dem “Internetstudio”. Bis zum nächsten Jahr.

2 x mitgeredet

Bachmannpreis 07 - Fazit

30. Juni 2007, 13:09 - Buch und Literatur · Bachmannpreis 2007

Saubere Texte, gewagt wurde wenig, inhaltlich wie sprachlich. Schade. Dazu ist Klagenfurt doch da (und nicht etwa als Bestseller-Zulieferebetrieb). Die Jury blieb bis auf wenige lichte Momente ebenso farblos. Sie sind sich viel zu einig für interessante Diskussionen. Heiz erwies sich am Ende der 3 Tage doch als kauzig-sympathische Bereicherung, Mangold eher nicht (wär aber nicht der erste, der sich in der ersten Saison noch zurückhält). Spinnen fehlt.

Besucherservice
Wer für den Publikumspreis abstimmen will, ohne alles selber zu lesen - hier ein paar Tipps:
Hat der Vorjahres-Siegertext gefallen, mag man existenzphilosophischen Ironie, locker flockigen Tonfall und die Aussicht in den dunklen Weltraum, dann wählt man am besten Jochen Schmidt. Immerhin hat er auch ein Blog (gehabt). Sehr trendy.
Ebenso trendy, aber mehr aus der Pop-Ecke, Peter Licht. Ein heißer Tipp für alle FM4-Hörer. Für Freunde des Absurden wird es allerdings nicht ganz einfach sein, sich zwischen ihm, Zwicky (dusterer und altsprachverliebter) und Becker (lautlustiger) zu entscheiden.
Wer samstags immer noch auf Techno-Parties geht und als Broterwerb programmiert oder “etwas mit Medien macht”, kann allerdings nur für Jörg Albrecht stimmen.
Wem hohe Literatur düster sein muss, wer den Geruch von Staub und Verfall darin erwartet und gewollt gewichtige Sätze, der entscheidet sich (vermutlich mit der Jury, sage ich vage voraus) für Thomas Stangl.
Freunden von leisen Geschichten empfehle ich einen Blick auf Böttcher, vor allem, wenn sie gerne durch die Nacht fahren.
Und wer von Klagenfurt auch ein bisschen was Experimentelles erwartet, der ist mit Kern oder Stavaric gut bedient.

Und ich? Ehrlich, ich denk noch nach. Zeit ist bis 20 Uhr.

Hier nochmal die gesammelten Rezipienten-Links.