Andrea Sturm

Kopfschüttler

Was ich noch sagen wollte

03. September 2002, 23:53 - Geschreibsel · Nostalgia · Kopfschüttler · Watching TV

Zum Beispiel wie völlig unbegreiflich & absurd es erscheint, wenn entliebte Elternteile sich die lieben Kleinen einfach unter den Arm klemmen und abhauen. I mean, can you imagine that?



Dann endet der Themenabend, und die müde Channelhopperin stolpert über einen Bericht zum Kennedymord unter besonderer Berücksichtigung von Jackie, und spätestens als der Name Onassis fällt, steigt das altgriechische Mondgesicht von Angelo hinter dem Fernseher auf & strahlt: “Oh yes, my good friend Onassis. One day he asked if I would trade my Villa for his Yacht, but I said no. So he said he has to build another Villa beside mine, you know? But we could never find out who the land belonged to. So he built a villa on [Name vergesen] instead.”



“But I can tell you, those Parties, on his Yacht. Fantastic. Fantastico. The girls. and the sun. And the drinks.” [langes sinnendes Lächeln.] “And he could dance, you know, that man could dance…” [Noch ein langes sinnendes Lächeln.]



Irgendwann die Frage, wieso er, Angelo, denn so gesund und so frisch sein kann, wo er doch angeblich im gleichen Jahr geboren ist wie der alte Aristotle S., der ja nun (damals) schon bald zwanzig Jahre tot ist.



Wieder dieses sinnende Lächeln (wie lang er wohl gebraucht hat um das zu perfektionieren vor dem Spiegel?), und dann, sehr intim und nahezu heimlich, eine Hand auf einer Schulter, die den Zuhörer - ich sass ja nur daneben - beinah unmerklich und doch sehr bestimmtend zum ewigen Rauschen des Meeres dreht - als könnte es nur hier, genau hier, diese Nacht, dieses Gespräch, dieses Meer mit diesen Erkenntnissen geben -  und die Stimme, meeresgeschwängert, sehnsuchtsschwer:



“You know, back then in Athens” [pause] “I was a broker, and there were not many brokers in my time. Not like today.” [pause] “Ah, the parties we had, these days, fantastico!” [pause] “back then in Athens, i knew a doctor. He was a costumer of my agency. And he said to me” [pause] “Angelo, he said, fish is good for you. And Retsina is good for you.” [Pause] “So, when I retired & built my Villa here, I remembered his words, and every day I eat fish, and every day I drink white wine. And I feel good. Fantastico!” [Pause]



“So, if want to get old & healthy, you eat fish & you drink white wine. Every day. My friend Onassis did not believe me. He didn’t do it. And he died. And I live. And I feel good. Fantastico!”



[Pause.] Und da sitzt Angelo, angeblich über 80 Jahre alt, aber rein optisch gibt man ihm keinen Tag mehr als 65, und strahlt wohlwollend und winkt den Kellner herbei und bestellt noch ein Glas “White Wine”. Und niemals etwas anderes. Für seine Gäste, für die Handvoll interessanter Gesichter aus dem Touristenstrom, zahlt er Ouzo und Metaxa, aber selbst trinkt er nie davon. Nur “White Wine”.



Und ob und wieviel von den Geschichten wahr war, habe ich nie hinterfragt, ist auch ganz egal. Aber jedesmal, wenn der Name Onassis fällt sehe ich Angelos strahlendes Gesicht vor mir und höre seine Stimme, die sagt: “But he is dead and I am alive. And you know why? Because every day i eat fish. And every day, I drink white wine. Fantastic. I feel fantastico.”



Und auch wenn’s unrealistisch ist (weil über 10 Jahre her) wünsch ich mir, dass er heute noch dort sitzt auf seiner Insel und ungefragt seinen Fisch und seinen Retsina serviert kriegt, jeden Abend knapp vor Sonnenuntergang, und andere nichtsahnend anreisende Touristen so unter seine Obhut nimmt wie uns damals, und seinen eigenen Heidenspass hat dabei.



Und wenn ich in meiner Altlastenaufarbeitung jemals so weit fortschreiten sollte, reich ich das Foto nach, von Angelos Mondgesicht, kurz nach der Aussprache des Wortes “Fantastico”.

Time. Travel. Fund?

18. Juli 2002, 10:07 - Kopfschüttler · Schnell gelinkt

Ein ganzes neues Leben für wohlfeile 10 Dollar. In einer fernen Zukunft. Ich würde zu gerne wissen, wie viele Dumme der Timetravelfund findet. (Via Rymdimperiet)

Lasst mich in Ruhe, verdammt nochmal!

26. Juni 2002, 11:57 - Chronistisch · Kopfschüttler

Nicht ein einziger Tag in letzter Zeit, an dem nicht irgendjemand entweder telefonisch oder an meiner Wohnungstür hilfreich & freundlich versucht, mir mein Geld ganz persönlich abzuknöpfen. Heute der bisherige Rekord: Kaum 2 Uhr nachmittags, und ich hab schon den Dritten abgewimmelt.



9:30, das Telefon klingelt. Eine freundliche Frauenstimme fragt mich, wann sie den nun den Berater vorbeischicken soll, der sich mit mir darüber unterhalten wird, ob ich all meine Versicherungsangelegenheiten auch optimal geregelt habe. Nicht ob sie ihn vorbeischicken soll, sondern ganz so, als hätte ich eine Beratung bestellt und es stünde nur mehr der Zeitpunkt zur Diskussion. Als ich ihr sage, dass sie ihn gefälligst gar nicht vorbeischicken soll, ernte ich ein ungläubiges “Aber warum? Wir können ihnen sicher helfen.” - “Sollte ich Hilfe brauchen, melde ich mich.” sage ich und lege auf, während sie weiterspricht. Und das vor dem Frühstückskaffee! Ein Glück für die Tante, dass ich meinen milden Tag hatte.



11:15, das Telefon klingelt. Ein Mitarbeiter einer, das sei unbenommen, guten und wichtigen Hilfsorganisation säuselt mir erst einmal ins Ohr, wie toll und wie großartig es ist, dass ich ihnen ab und zu eine Spende zukommen lasse. Als ich ihn nach drei Minuten bitte, zu Sache zu kommen, weil ich nicht den ganzen Tag Zeit habe, erklärt er mir, wie viel besser und großartiger es wäre, wenn sie meine Spenden in Zukunft per Bankeinzug abbuchen dürften. Weil ich die Organisation nach wie vor für gut und wichtig halte, bleibe ich mit meinem “nein” freundlich. Das kostet mich weitere 3 Minuten.



13:45, es klopft an der Tür. Ein Mitarbeiter eines alternativen Telefonanbieters fragt mich, ob ich nicht gerne billiger telefonieren würde. Er fragt mich, warum ich lache. Ich sage ihm, dass er schon der dritte ist, der mir heute irgendwas aufschwatzen will, und dass er genau so wenig Erfolg haben wird wie die anderen beiden. Er sagt: “Aber sie würden doch sicher gerne um 30% billiger telefonieren?” Ich erkläre ihm, dass ich mein Festnetz so gut wie nie benutze und daher nicht interessiert bin. Er sagt: “Aber es ist nächstes Monat um 30% billiger!”. Ich sage: “30% von null ist auch null”. Er: “Aber billiger!”. Ich mache kopfschüttelnd die Tür zu.



Da sind die 20-30 Spam-emails, die täglich reinkommen, ja noch erträglich dagegen. Obwohl ich mich darüber auch oft genug ärgere.

Schwertransport

18. Juni 2002, 22:58 - Kopfschüttler · Watching TV

Beim Zappen durch die Kanäle auf Kabel 1 - die Reportage sehr gewundert über den Satz:



Ungefähr 150 Schwertransport-Fans begleiten den Transport.

US-Kongress droht Niederlanden mit Invasion

13. Juni 2002, 08:22 - Kopfschüttler · Politisch

Das ist nun überhaupt das Schärfste.  (via we blog)

USA - the Land of the Free

11. Juni 2002, 19:21 - Kopfschüttler · Politisch

... oder: der nicht-Fall Jose Padilla. Nun bin ich weit davon entfernt, die wahren Verdachtsgründe beurteilen zu können oder auch nur zu kennen. Er mag tatsächlich böse Pläne gewälzt haben oder auch nicht.



Man sollte annehmen, dass dieses mag… oder auch nicht durch Ermittlungen geklärt und in einem anschließenden Prozess erwogen und verhandelt wird. Das nennt man im allgemeinen Rechtssystem, und üblicherweise funktioniert es auch.



Aber so weit wird es nicht kommen: ...soll auf unbestimmte Zeit festgehalten werden, ohne dass Anklage erhoben wurde. Ein Prozess ist nicht geplant.



Auf unbestimmte Zeit. Keine Anklage. Kein Prozess. Hm.

Bürgerwehr

08. Mai 2002, 21:52 - Kopfschüttler

Wer bei der Bürgerwehr Mitglied werden will, muss sich einer Schulung durch einen Verhaltenstrainer unterziehen, sagt Initiator Alexander Lozinsek. Bei der Auswahl ist man offenbar besonders vorsichtig. Anfangs sollen nur FPÖ-Mitglieder Bürgerwehrvertreter werden dürfen, denn man müsse ja damit rechnen, dass sich linke Gruppen einschleusen wollen, so Lozinsek.



Spinn jetzt ich oder spinnen die?

Scientific American

01. März 2002, 12:40 - Kopfschüttler

The journal says that a startling 45 per cent of Americans now believe God created life some time in the past 10,000 years…



(via rogerisland)

Kopfgeld auf Drogendealer ausgesetzt

09. August 2001, 12:52 - Kopfschüttler

Nein, nicht in Kolumbien. Bei uns.



Was kommt als nächstes? Falschparker? Hunde-ohne-Leine-Ausführer?



Noch kranker als die Idee ist nur, dass sie auch angenommen wird.

Krieg und Kaugummi

24. Juli 2001, 09:00 - Kopfschüttler

Im Kosovo gibt es eine Kaugummimarke namens NATO. Die Kaugummis sind in Sammelbildchen verpackt, die als Motive Soldaten, brennende Dörfer und die Identifizierung von Leichen zeigen. (Schwedischer Artikel mit Bildern)



Der Autor des Artikels überlegt, ob es sich um Propaganda handelt oder um ein gelungenes Gesamtkunstwerk, “das die Greuel des Krieges in scharfen Kontrast zum unschuldigen Sammelverhalten der Kinder stellt”.



Ich bezweifle, dass die Hersteller so weit gedacht haben.



Violence sells.